Die Wahl des Schweißverfahrens bestimmt Qualität, Geschwindigkeit und Kosten der Ausführung. Jedes Verfahren hat seine Vorteile und Grenzen. Nachfolgend betrachten wir die vier häufigsten Verfahren in der Industriemontage und der Fertigung von Stahlkonstruktionen und wann wir uns für welches entscheiden.
E-Hand — Lichtbogenhandschweißen (111)
Das Schweißen mit umhüllter Elektrode ist am vielseitigsten und am wenigsten empfindlich gegenüber den Bedingungen vor Ort — es funktioniert auch im Freien, bei Wind und in schwer zugänglichen Lagen. Deshalb bleibt es die erste Wahl für die Montage auf der Baustelle und für Reparaturen.
Der Nachteil ist die geringere Produktivität und die Notwendigkeit, Schlacke zu entfernen, weshalb es für lange Seriennähte oft weniger geeignet ist als gasgeschützte Verfahren.
MIG/MAG — Drahtschweißen unter Schutzgas (135/136)
MAG (135 mit Massivdraht, 136 mit Fülldraht) ist das Arbeitspferd der industriellen Fertigung: schnell, produktiv und für die Automatisierung geeignet. Es wird für Baustähle eingesetzt, von dünnem Blech bis zu dickeren Profilen.
Es erfordert einen besseren Schutz vor Zugluft als E-Hand und eignet sich daher vor allem für die Arbeit in der Werkstatt oder in geschlossenen Räumen.
WIG — Wolfram-Inertgasschweißen (141)
WIG erzeugt die saubersten und präzisesten Nähte und ist daher unverzichtbar bei Edelstählen, Aluminium, Rohrleitungen und überall dort, wo Aussehen und Dichtheit entscheidend sind. Es bietet eine ausgezeichnete Kontrolle über das Schmelzbad.
Es ist langsamer und erfordert mehr Erfahrung, daher setzen wir es dort ein, wo Qualität vor Geschwindigkeit geht — zum Beispiel in der Prozess- und Lebensmittelindustrie.
UP — Unterpulverschweißen
UP ist für lange, gerade und dicke Nähte gedacht — zum Beispiel bei großen Stahlkonstruktionen, Behältern und Brücken. Der Lichtbogen ist unter einer Pulverschicht verborgen, was hohe Produktivität und tiefen Einbrand bei minimalen Spritzern ermöglicht.
Das Verfahren ist weitgehend mechanisiert und an Werkstattbedingungen sowie geeignete Ausrüstung gebunden.
Wie wir das richtige Verfahren wählen
Die Entscheidung hängt von einer Kombination von Faktoren ab:
- Werkstoff und Dicke (Stahl, Edelstahl, Aluminium)
- Arbeitsort — Werkstatt oder Baustelle
- Geforderte Qualität und Nahtaussehen
- Umfang und Serie (Einzelstück oder Serie)
- Termin und verfügbare Ausrüstung
In der Praxis
In realen Projekten kombinieren wir oft Verfahren — zum Beispiel UP für die Hauptnähte in der Werkstatt und E-Hand für die Montage auf der Baustelle. Unsere zertifizierten Schweißer beherrschen alle vier Verfahren, sodass wir für jedes Teil das am besten geeignete wählen.